Die zwei Seiten der Verpackung

Einschleppung und Bekämpfung von Schadinsekten durch Verpackungen

  • Stephan Biebl (Autor/in)

Abstract

Durch den internationalen Warenverkehr und Paketversand kann es in Museen, Sammlungen, Archiven oder Bibliotheken zu einer Einschleppung von schädlichen Insekten über die Verpackungen kommen. Das derzeit am häufigsten verschleppte Schadinsekt ist das Papierfischchen, welches mit Kartons oder anderem Verpackungsmaterial von Haus zu Haus transportiert wird. Dies kann in der Folge zu Schäden am kulturellen Erbe führen, wenn der Befall nicht frühzeitig über ein kontinuierliches Monitoring (IPM) erkannt und mit mobilen oder stationären Behandlungsmethoden bekämpft wird. Neben Papierfischchen können auch Holzschädlinge wie Splintholzkäfer mit Transportkisten oder Hausbockkäfer in Holzpaletten in Museen und Sammlungen gelangen. Verpackungsmaterialien wie Spezialfolien aus Mehrschicht- oder Aluminiumverbund dienen unter anderem als hermetische Hülle im Zuge der Anwendung von Anoxia-Verfahren (Sauerstoffentzug) bei der Schädlingsbekämpfung. Befallene Objekte aus Holz, Textil oder Papier können mit Hilfe dieser vor Ort flexibel und maßgeschneidert eingepackt und behandelt werden. Praktische Fallbeispiele zur Anwendung des Sauerstoff-entzugs in einem städtischen Heimatmuseum in Bayern und einem staatlichen Museum in Berlin beschreibt dieser Beitrag näher.

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