kunsttexte.de - Journal für Kunst- und Bildgeschichte
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de-DEkunsttexte.de - Journal für Kunst- und Bildgeschichte1618-8101Editorial
https://ahnp.ub.uni-heidelberg.de/journals/kunsttexte/article/view/115197
Angela DreßenSusanne GramatzkiElmar Kossel
Copyright (c) 2026 Angela Dreßen, Susanne Gramatzki, Elmar Kossel
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2026-04-282026-04-2811910.48633/ksttx.2026.1.115197The Art of Publishing Open Access
https://ahnp.ub.uni-heidelberg.de/journals/kunsttexte/article/view/115198
<p>Since the publication of the Budapest Declaration in 2002, Open Access has established itself as an important publishing standard worldwide. Nevertheless, many of the hopes associated with the formulation of its principles at that time have not been fulfilled. On the contrary, problematic developments have emerged in some areas, which, if left unchecked, threaten the entire scholarly publishing system. This article examines the moments and factors that led to this crisis, the role Open Access has played in it, and where action is needed to ensure the success of the original idea of Open Access as expressed in the Budapest Declaration.</p>Thomas Stäcker
Copyright (c) 2026 Thomas Stäcker
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2026-04-282026-04-28111210.48633/ksttx.2026.1.115198„Die normative Kraft des Faktischen“. arthistoricum.net Publishing und der Wandel kunsthistorischer Publikationsformen
https://ahnp.ub.uni-heidelberg.de/journals/kunsttexte/article/view/115043
<p>Der Beitrag untersucht am Beispiel von arthistoricum.net Publishing den Wandel kunsthistorischer Publikationsformen im Kontext von digitalen Infrastrukturen und Open Access. Analysiert wird die Entwicklung von arthistoricum.net Publishing als wissenschaftsgeleitete Publikationsumgebung, die in enger Kooperation zwischen Fachcommunity und Universitätsbibliothek Heidelberg im Rahmen des von der DFG geförderten Fachinformationsdienstes Kunst – Photographie – Design arthistoricum.net entstanden ist. Neben klassischen Open-Access-Formaten wie Monographien, Sammelbänden und Zeitschriften umfasst die Plattform inzwischen auch erweiterte Publikationsformen, darunter Forschungsdaten, digitale Editionen, Werkverzeichnisse sowie hybride und datenbasierte Publikationsformate. Ein zentrales Element bildet dabei die Verbindung von Publikationsplattform, Forschungsdatenrepositorium und fachlicher Publikationsberatung. Besondere Aufmerksamkeit gilt den technologischen Grundlagen des Publizierens. Der Beitrag zeigt, wie XML-basierte medienneutrale Produktions-workflows es ermöglichen, wissenschaftliche Inhalte semantisch zu strukturieren, in unterschiedlichen Ausgabeformaten bereitzustellen und langfristig nachnutzbar zu machen. Ergänzend wird der experimentelle Einsatz KI-gestützter Verfahren zur strukturierten Anreicherung kunsthistorischer Publikationen vorgestellt.</p>Maria EffingerFrank Krabbes
Copyright (c) 2026 Maria Effinger
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2026-04-282026-04-28111910.48633/ksttx.2026.1.115043transfer – Zeitschrift für Provenienzforschung und Sammlungsgeschichte / Journal for Provenance Research and the History of Collection
https://ahnp.ub.uni-heidelberg.de/journals/kunsttexte/article/view/115199
<p>The 1998 Washington Principles on Nazi-Confiscated Art, the Gurlitt case of 2012, the 2017 speech of President Emmanuel Macron at the University of Ouagadougou fueling a fervent restitution debate about art and cultural objects stemming from colonial contexts – these are just a few well-known milestones of a development recently labelled the “Provenancial Turn”, which at present is clearly reflected in a downright booming of provenance research and collection history. Spanning a multitude of academic subjects, fields of research and historical epochs, and being viable only in often far-reaching international contexts, the publication of provenance research puts high requirements on transparency, accessibility, quality assurance, interdisciplinarity and connectivity towards digital methods of investigation. Since its launch in 2021, transfer –Zeitschrift für Provenienzforschung und Sammlungsgeschichte / Journal for Provenance Research and the History of Collection, edited by Felicity Bodenstein, Ulrike Saß and Christoph Zuschlag, therefore serves to meet the rapidly growing community’s demand for a Diamond Open Access publication platform. Funded by the German Research Foundation (DFG) and webhosted by Heidelberg University Library via arthistoricum.net, the e-journal successfully practices a double-blind peer-review policy closely supported by its multinational Advisory Board. However, it also provides close guidance and mentoring support for young, early career researchers like graduate students gaining their first experiences in acade-mic publishing. By now in its second funding phase and based on a constantly high number of submissions, transfer is increasing its frequency of publication, offering the publication of topic-specific Special Issues in cooperation with guest editors as well the implementation of open research datasets for individual articles. The various challenges going along with this, the experiences made so far in providing a Diamond Open Access epublishing platform to a widespread and morally very sensitive international research community and, last but not least, the overall concept of the journal are addressed by the report at hand.</p>Florian Schönfuß
Copyright (c) 2026 Florian Schönfuß
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2026-04-282026-04-2811910.48633/ksttx.2026.1.115199‚Sexed Flesh, Gendered Tech‘
https://ahnp.ub.uni-heidelberg.de/journals/kunsttexte/article/view/115200
<p>Der Aufsatz untersucht die Publikationspraxis der Technologin und Forscherin Mindy Seu anhand ihrer beiden Projekte Cyberfeminism Index (2022) und A Sexual History of the Internet (2025) und ordnet sie in aktuelle Debatten zu Open Access und digitale Commons ein. Ausgehend von André Bretons Behauptung, dass man publiziert, um „Kamerad:innen zu finden“, fasst der Essay das Open Acess-Publizieren als eine beziehungsstiftende und infrastrukturelle Praxis. Ausgangspunkt ist das Problem, dass Open Access-Publikationen häufig von kommerziellen Online-Plattformen abhängig sind, die unbezahlte Arbeit, insbesondere von marginalisierten Gruppen, extrahieren. Open Access-Publizieren erweist sich damit als eine epistemische und infrastrukturelle Praxis, die bestehende Macht- und Ungleichheitsverhältnisse fortschreiben oder transformieren kann. Ein intersektionaler feministischer Publikationsansatz kann sich daher nicht auf bestehende digitale Infrastrukturen verlassen, sondern muss die Bedingungen seiner Produktion, Distribution und Pflege sichtbar machen und restrukturieren. Vor diesem Hintergrund analysiert der Essay exemplarisch Mindy Seus Publikationsprojekte und die von ihr vorgeschlagenen Formen der Vergütung, Zitation, Verwaltung und Sorgearbeit. Während der Cyberfeminismus Index eine modulare und vielstimmige Verschlagwortung nutzt, um cyberfeministische Praktiken der letzten drei Jahrzehnte zusammenzuführen, fokussiert A Sexual History of the Internet auf die Verflechtungen von Technologie, Begehren und Sex. Beide Projekte lassen sich als Interventionen in Publikations- und Open-Access-Logiken lesen, da sie finanzielle Umverteilung, kollektive Autor:innenschaft und infrastrukturelle Abhängigkeiten explizit verhandeln. Der Essay argumentiert, dass sich in der Verbindung beider Projekte ein Verständnis von Open Access-Publizieren als Commoning-Praktik herausbildet: Publizieren erscheint hier als eine feministische, kollektive, relationale und performative Praxis, die epistemische Wissensordnungen ebenso betrifft wie materielle und soziale Infrastrukturen.</p>Anneliese Ostertag
Copyright (c) 2026 Anneliese Ostertag
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2026-04-282026-04-2811810.48633/ksttx.2026.1.115200Religion and Urbanity Online
https://ahnp.ub.uni-heidelberg.de/journals/kunsttexte/article/view/115201
<p>Der Artikel stellt die Open Access-Publikation des Forschungsprojekts Religion and Urbanity vor. Das Projekt ist seit 2018 am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt angesiedelt und untersucht die wechselseitige Beziehung zwischen Religion und urbaner Entwicklung. Es fragt danach, wie religiöse Gemeinschaften städtische Räume prägen und wie umgekehrt politische, wirtschaftliche und kulturelle Bedingungen von Städten religiöse Praktiken beeinflussen. Der Ansatz verbindet historische Stadtforschung mit religionswissenschaftlichen Perspektiven und versteht ,Urbanität' als flexible Kategorie, um soziale und räumliche Verdichtungen sowie deren Veränderungen zu analysieren. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierte Projekt wird von Susanne Rau und Jörg Rüpke geleitet. In der Kolleg-Forschungsgruppe arbeiten internationale Fellows gemeinsam mit einem festen Team in Erfurt interdisziplinär an Fallstudien aus der Antike bis zur Gegenwart. Der geografische Fokus liegt auf Europa, dem Mittelmeerraum und Südasien. Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Open Access-Plattform Religion and Urbanity Online, auf der Forschungsergebnisse fortlaufend veröffentlicht werden. Die Beiträge erscheinen auf Englisch, durchlaufen ein Peer-Review-Verfahren und sind frei zugänglich. Seit dem Start 2020 wurden über 100 Artikel publiziert, die thematisch von buddhistischen Praktiken im antiken Gandhara über muslimische Rituale im heutigen Kolkata bis zu religiösen Darstellungen in Fotobüchern des frühen 20. Jahrhunderts reichen. Die Plattform ermöglicht internationale Sichtbarkeit und schnellen Zugang zu Forschungsergebnissen. Gleichzeitig zeigt sie Chancen und Herausforderungen digitaler Open Access-Publikationen, etwa in Bezug auf technische Infrastruktur, langfristige Finanzierung und Fragen des Text- und Dataminings.</p>Anke Blümm
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2026-04-282026-04-2811610.48633/ksttx.2026.1.115201Praktiken des Erinnerns in saisonal genutzten Häusern auf Imbros/Gökçeada
https://ahnp.ub.uni-heidelberg.de/journals/kunsttexte/article/view/115202
<p>Der Beitrag nimmt die Ägais-Insel Imbros (heute Gökçeada) und ihre historisch griechischen Dörfer als Ausgangspunkt, um die Rolle geerbter Familienhäuser in diasporischen Erinnerungspraktiken zu untersuchen. Die Geschichte der Insel ist von tiefgreifenden demografischen und politischen Veränderungen geprägt: Seit den 1960er Jahren führten staatliche Maßnahmen der Türkifizierung zur Vertreibung eines Großteils der griechischen Bevölkerung; zahlreiche Häuser wurden aufgegeben oder verfielen. Auf Grundlage ethnografischer Feldforschung aus dem Jahr 2018 richtet der Aufsatz den Blick auf saisonale Rückkehrer:innen der imbriotischen Diaspora, die ihre ehemaligen Familienhäuser heute als Sommerhäuser nutzen. Im Zentrum steht der alltägliche Umgang mit materiellen Hinterlassenschaften in diesen Räumen. Aus einer menschenzentrierten Perspektive der Critical Heritage Studies werden die Praktiken Ausstellen, Inszenieren, Weiterverwenden und Sammeln als Formen des heritage-making verstanden. Die Häuser fungieren dabei als materielle Träger von Erinnerung, durch welche Zugehörigkeit innerhalb diasporischer Bezüge im heutigen Gökçeada neu verortet wird.</p>Ayşegül Dinççağ Kahveci
Copyright (c) 2026 Ayşegül Dinççağ Kahveci
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2026-04-282026-04-28111710.48633/ksttx.2026.1.115202„mir kann’s nicht open genug sein“
https://ahnp.ub.uni-heidelberg.de/journals/kunsttexte/article/view/115203
<p>Der Beitrag setzt sich mit dem Thema Open Access aus der Sicht der Geisteswissenschaften mit Fokus auf die Musikwissenschaft auseinander. Aus fachspezifischer Perspektive gehören zu dieser Debatte Faktoren, die dem Publizieren teilweise vorausgehen oder die besondere Anforderungen an Publikationen stellen. Sie betreffen etwa das Nachdenken und Schreiben über medial vielfältige Objekte, die Recherche im Kontext eines interdisziplinären Netzwerks, aber auch den Kontakt mit einer interessierten Öffentlichkeit über einen Gegenstand, der vielfältige soziale und kulturelle Anknüpfungspunkte bietet. Aus diesem Profil ergeben sich wiederum Anforderungen an Wissenschaftler:innen in methodisch-inhaltlicher, aber auch in technischer Hinsicht. In dieser Konstellation versucht der Beitrag Anregungen zu einer Diskussion zu geben, die disziplinäre, aber auch allgemeinere geisteswissenschaftliche Stimmen braucht.</p>Sebastian Bolz
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2026-04-282026-04-28111710.48633/ksttx.2026.1.115203Lehrende Aufklärer klären sich auf
https://ahnp.ub.uni-heidelberg.de/journals/kunsttexte/article/view/115204
Bazon Brock
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2026-04-282026-04-2811610.48633/ksttx.2026.1.115204Auf zu neuen Ufern!
https://ahnp.ub.uni-heidelberg.de/journals/kunsttexte/article/view/115205
<p>Die Überwindung von in der westlichen Tradition weitverbreiteten dualistischen Vorstellungen zum Verhältnis von Natur und Kultur bzw. Ökologie und Technologie zugunsten neuer hybrider und nachhaltiger Ökologiekonzepte ist ein wichtiges ökoaktivistisches Anliegen diverser Forscher*innen der Posthumanities. Für diese Agenda spielen die internationalen Art Sciences, welche künstlerische Praktiken mit der unkonventionellen Verwendung von Spitzentechnologien kombinieren, eine zentrale Rolle. Der Artikel untersucht diese Medienkunstströmung am Beispiel von BioBAT Art Space in Brooklyn, einer an einen Laborkomplex angegliederten Bio-Art-Galerie, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die vielfältige maritime Welt von New Yorks Küstenstreifen als schützenswertes Ökosystem zwischen Großstadt und Ozean der Bevölkerung näherzubringen. Dazu wird exemplarisch die Ausstellung Water Stories (2024/25) untersucht.</p>Kerstin Borchardt
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2026-04-282026-04-2811710.48633/ksttx.2026.1.115205The Heart in the Chest
https://ahnp.ub.uni-heidelberg.de/journals/kunsttexte/article/view/115206
<p>A small panel painting in Leipzig known as The Lovespell, attributed to a Rhenish master and dated to around 1480, has long puzzled art historians because of its enigmatic iconography and the eroticized presentation of a female nude at its center. Neither religious nor mythological in subject, the painting depicts a young woman striking sparks of fire and squeezing drops of water onto a plump red heart placed in an open chest, while a young man watches the scene through an open doorway. Most scholars have interpreted the image as the depiction of a magical love ritual, demonstrating the erotic power of women over men. Michael Camille famously described the male observer in the painting as embodying “the first pornographic gaze in Western art.” Drawing on contemporary literary and visual sources, this article proposes a different interpretation, arguing that the painting should be understood as an allegory of ideal love, possibly in the context of a marriage, as formulated in the traditions of German Minnesang and Meistersang.</p>Jeanette Kohl
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2026-04-282026-04-28112110.48633/ksttx.2026.1.115206Titelei
https://ahnp.ub.uni-heidelberg.de/journals/kunsttexte/article/view/115449
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2026-04-282026-04-28110.48633/ksttx.2026.1.115449