Praktiken des Erinnerns in saisonal genutzten Häusern auf Imbros/Gökçeada

  • Ayşegül Dinççağ Kahveci (Autor/in)

Abstract

Der Beitrag nimmt die Ägais-Insel Imbros (heute Gökçeada) und ihre historisch griechischen Dörfer als Ausgangspunkt, um die Rolle geerbter Familienhäuser in diasporischen Erinnerungspraktiken zu untersuchen. Die Geschichte der Insel ist von tiefgreifenden demografischen und politischen Veränderungen geprägt: Seit den 1960er Jahren führten staatliche Maßnahmen der Türkifizierung zur Vertreibung eines Großteils der griechischen Bevölkerung; zahlreiche Häuser wurden aufgegeben oder verfielen. Auf Grundlage ethnografischer Feldforschung aus dem Jahr 2018 richtet der Aufsatz den Blick auf saisonale Rückkehrer:innen der imbriotischen Diaspora, die ihre ehemaligen Familienhäuser heute als Sommerhäuser nutzen. Im Zentrum steht der alltägliche Umgang mit materiellen Hinterlassenschaften in diesen Räumen. Aus einer menschenzentrierten Perspektive der Critical Heritage Studies werden die Praktiken Ausstellen, Inszenieren, Weiterverwenden und Sammeln als Formen des heritage-making verstanden. Die Häuser fungieren dabei als materielle Träger von Erinnerung, durch welche Zugehörigkeit innerhalb diasporischer Bezüge im heutigen Gökçeada neu verortet wird.

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