Spiegelkabinett. Reflexionen der Designforschung

Über die Zeitschrift

Spiegelkabinett. Reflexionen der Designforschung ist das Periodikum des Zentrums für Designforschung (DEFO) an der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim. Herausgegeben von den Lehrstühlen für Kultur- und Medientheorie sowie Kunst- und Designtheorie, ist sein Titel Programm.

‚Spiegelkabinett‘ rekurriert auf einen seit dem Barock existenten Raumtypus, welcher der raffinierten und reflektierten Zurschaustellung wertvollster Preziosen dient; der Begriff der ‚Reflexion‘ knüpft an dieses Konzept an und referenziert zum einen, optisch verstanden, eine Zurückwerfung von Licht auf die Welt und zum anderen, in der Terminologie der Philosophie, eine Zurückwerfung des Denkens auf sich selbst.

Der Gegenstand der ‚Designforschung‘ ist ein denkbar weiter, gleichwohl kein diffuser. Verpflichtet weiß er sich sowohl dem Begriff des ‚disegno‘ der italienischen Renaissancetheorie, der in extremis die schöpferische Kraft als solche meint, als auch dem zu Beginn des 21. Jahrhunderts proklamierten ‚design turn‘, der Design als wichtigen Kitt und Katalysator des Systems moderner Wissenschaften und Disziplinen begreift. Das Kompositum ‚Designforschung‘ umfasst Design als Forschung ebenso wie Forschung als Design; und die Formulierung ‚Reflexionen der Designforschung‘ sei als Genitivus subiectivus wie als Genitivus obiectivus verstanden: Designforschung reflektiert und wird reflektiert.

Das Periodikum Spiegelkabinett. Reflexionen der Designforschung publiziert vor diesem Horizont kunst- und designwissenschaftliche Positionen genauso wie kultur- und medienwissenschaftliche Perspektiven. Dieses Netz aufzuspannen helfen Kolleginnen und Kollegen, die wir als wissenschaftliche Beiräte haben gewinnen können und die dessen Knotenpunkte unter anderem markieren durch kunsttheoretisches Kalkül (Elke Bippus, Zürich), durch kunsthistorisches Wissen (Nils Büttner, Antwerpen/Stuttgart), durch designphilosophische Überlegungen (Daniel Martin Feige, Stuttgart) sowie durch medienwissenschaftliche Expertise (Olga Moskatova, Freiburg i. B.).

Die genannten Positionen und Perspektiven verdanken sich entweder der gleichnamigen Reihe thematisch lose verbundener Vorträge an der Pforzheimer Fakultät für Gestaltung oder wissenschaftlichen Tagungen zu einem speziellen Thema. Cantus firmus unseres Unterfangens sind drei Rubriken, die in jeder Ausgabe wiederkehren: unter dem Rubrum Aus der Praxis eine Bilderstrecke, unter der Überschrift Dialog Interviews und Podcasts und unter dem Verweis Aus der Lehrmittelsammlung die Vorstellung eines Artefaktes der Lehrmittelsammlung der Pforzheimer Fakultät für Gestaltung. Aufgebaut um 1900 und wie kaum eine andere fixiert auf eine denkbar große mediale Mannigfaltigkeit und fokussiert auf ein spezifisches Segment, die Schmuck- und Uhrenindustrie, gehörte besagte Lehrmittelsammlung zu den innovativsten ihrer Art. Gewürdigt wird diese Bedeutsamkeit durch ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Forschungsprojekt (KUPFER – Die Lehrmittelsammlung der Kunstgewerbeschule Pforzheim zwischen Medienarchäologie und Innovationstransfer, 2023–2027), das den Anstoß für die Gründung des DEFO an der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim gab.

Möge dieses Periodikum als ein Vademecum für die Forschung genauso wie für die Lehre, für Theorie ebenso wie für Praxis, für Kolleg:innen wie auch für Studierende dienen. Allen, die zu seinem Gelingen beitragen, sei herzlich gedankt.

Aktuelle Ausgabe

Das Titelbild der Teitschrift "Spiegelkabinett" zeigt in der Ausgabe 1 des Jahres 2025 neben der Bildmarke der Zeitschrift auch eine Abbildung von Martin Gerlach mit einem Affen.
Bd. 1 Nr. 1 (2026): Spiegelkabinett
Veröffentlicht: 2026-03-25